Im KrankenhausGerade im Krankenhaus kommt man sich als Mutter sehr hilflos vor, man hat das Gefühl einfach nichts oder nichts richtiges für sein krankes Kind tun zu können. Dieses Gefühl war zu Beginn mit das schlimmste was ich als Mutter hatte. Völlig machtlos und tatenlos mit anzusehen wie mein Kind da liegt und von Ärzten und Schwestern versorgt wird. In der ersten Zeit konnten wir ihn noch nicht einmal waschen, wickeln oder füttern, es war einfach nichts möglich außer bei ihm zu sitzen. Mit der Zeit und im Laufe vieler längerer Krankenhausaufenthalte lernte ich dann mehr und mehr daß ich doch etwas für ihn tun kann. Auch wenn er im künstlichen Tiefschlaf liegt, so gibt es doch noch einige Möglichkeiten mit denen ich etwas für Florian tun kann. Jin Shin JyutsuDies ist eine alte japanische Selbstheilkunst bei der die Finger auf sogenannte Energiepunkte am Körper gelegt werden. Ich wende diese Methode schon lange erfolgreich bei mir selbst an und so kam mir dann irgendwann die Idee, es auch bei Florian zu versuchen. Dann begann ich damit Florian zu "strömen" ( so wird jenes Fingerauflegen bezeichnet). Wenn er es selbst nicht akzeptierte, was er durch Unruhe oder Wegdrehen zum Ausdruck brachte, dann strömte ich mich und übertrug es in Gedanken auf ihn. Nach und nach bekam ich das Gefül, aktiv etwas für mein Kind tun zu können und es machte mich glücklich und stolz, nun nicht mehr passiv da sitzen zu müssen. Ich hatte eine Aufgabe gefunden, die sowohl Mutter als auch Kind zu Gute kommt. VisualisierungEine weitere Möglichkeit aktiv etwas für Florian zu tun, erlernte ich dann in den nächsten Monaten. Ich lernte wie ich durch gezielte gedankliche Vorstellung etwas für Florians Genesung tun kann. Dazu stellte ich mir z.B immer wieder ganz konkret vor, wie Florians Lunge frei von Sekret wird, oder wie die rote Entzündung wieder abklingt und ins rosa übergeht. Während ich mir das alles vorstellte, sprach ich auch immer wieder zu Florian, ich sagte ihm immer wieder daß er wieder ganz gesund wird und bald wieder zuhause ist und ganz viel spielen und entdecken kann. Meistens kombiniere ich die beiden Methoden, dann sitze ich bei Florian, halte die entsprechenden Energiepunkte und visualisiere gleichzeitig. Diese Arbeit führte zum einen dazu, daß ich als Mutter immer mehr das Gefühl bekam auch etwas wichtiges in dieser Zeit leisten zu können, was mir einfach gut tat. Ein weiterer sehr positiver und wichtiger Aspekt war, das ich plötzlich mit dieser Arbeit auch meine Einstellung den Ärzten und Schwestern gegenüber veränderte. Nun sah ich diese nicht mehr als Konkurrenz oder war ihnen gegenüber argwöhnisch. Auch die vielen Medikamente, die Beatmungsmaschinen, die Überwachungsmonitore und die Infussionen, all dies verlor für mich sein anfängliches Grauen. Ich begann damit alles als einen wichtigen Teil in Florians Genesungsprozess zu sehen. Und in diesem Genesungsprozess war nun auch meine Arbeit ein Teil geworden. Durch dieses Miteinander, anstatt gegeneinander, entwickelte sich alles zu einer Ganzheitlichkeit, in der jeder Teil wichtig war um Florian auf seinem Weg zu helfen. Somit ging die Angst vor Krankenhausaufenthalten und Eingriffen langsam in ein Vertrauen über, das sowohl Florian als auch uns als Eltern zu gute kommt. |
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Autor: Sandra Rech
Letzte Änderung:21 Mar 2011 |
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